Piatnik Historie

Bild Piatnik

Beim Spielen vergisst man die Zeit – und schon sind zwei Jahrhunderte vergangen! 2024 feiert die traditionsreiche „Wiener Spielkartenfabrik Ferd. Piatnik & Söhne“ ihr 200-jähriges Bestehen. Eine Erfolgsgeschichte, eng verknüpft mit den historischen Entwicklungen in Mitteleuropa und erfüllt von der Leidenschaft für gute Spiele. Am Anfang war ein Ass.

Es gründete eine Spielkartenmalerei im Kaiserreich und traf mit seinem Unterhaltungsangebot den Nerv der Zeit. Das Familienunternehmen hatte von Beginn an gute Karten und ist 200 Jahre später ein moderner Spieleverlag mit internationalem Renommee, der von Wien mittlerweile in die ganze Welt ausliefert.

Mit den drei Säulen Spielkarten, Gesellschaftsspiele und Puzzles geht Piatnik, in 6. Generation immer noch im Familienbesitz, in die Zukunft und will weiterhin Menschen durch Spiel und Spaß zusammenbringen und immer neue Generationen am Spieltisch begeistern.1824 – Wie alles begann

Wenn leidenschaftliche Kartenspieler auf ein gutes Blatt hoffen, rufen sie in Österreich eine besondere Schutzgottheit an: „Heiliger Piatnik, schau oba!“ Kein Wunder, denn der Unternehmensname ist untrennbar mit buchstäblich ausgezeichneten, anfangs handbemalten, Spielkarten verbunden.

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Die Firmengeschichte von Piatnik beginnt am 14. Mai 1824 mit der Gründung einer Kartenmalerei in Neubau bei Wien durch Anton Moser. Nach dessen Tod verliebte sich der dort beschäftigte Kartenmaler-Geselle Ferdinand Piatnik in die Moser-Witwe und machte seiner Herz-Dame einen Antrag.

1843 übernahm er mit ihr gemeinsam den Betrieb. Piatniks Einfallsreichtum, gepaart mit handwerklichem Können und einer ausgeprägten Geschäftstüchtigkeit führten den aufstrebenden Unternehmer zum Erfolg. Gemäß seiner Maxime, sich nicht auf Glück zu verlassen, sondern mit Mut und Plan die Dinge anzupacken, entwickelte Ferdinand Piatnik mit seinen drei Söhnen, die im Lauf der Jahre ebenfalls ins Unternehmen einstiegen, zahlreiche bis heute noch bekannte Spielkartenmotive.

Darunter die beliebten „Doppeldeutschen“ mit gedreht zueinanderstehenden Halbfiguren aus Schillers „Wilhelm Tell“, das österreichische Tarockblatt sowie viele Joker- und Rummy-Karten. Die außergewöhnliche Kunstfertigkeit der Produkte wurde auf den Weltausstellungen in Wien (1873) und Paris (1878) mit Goldmedaillen ausgezeichnet. Weit über die damalige Donaumonarchie hinaus – auch in Monte Carlo, der Mongolei oder auf Hawaii – waren Spielkarten von Piatnik begehrt und aufgrund ihrer stabilen Ausführung hochgeschätzt.

1891 – Wegweisende Neuerungen

Neben der Leidenschaft für Spielkarten begeisterten sich mehrere Mitglieder der Familie Piatnik auch für Pferderennen. Diese Faszination trug so weit, dass das 1891 entwickelte Piatnik Firmenlogo einen Jockey hoch zu Ross zeigt – bis heute Markenzeichen des Wiener Traditionsverlags. Eine weitaus größere Investition hat ebenfalls bis heute Bestand: der neugebaute Unternehmenssitz in der Wiener Hütteldorfer Straße. Seit 1891 sind hier Produktion und Verwaltung untergebracht.

Mehrfach erweitert und modernisiert ist das Headquarter in Wien mit lichtdurchfluteten Produktionshallen, State-of-the-Art Technik und modernen Büros heute Arbeitsplatz für rund 100 Mitarbeiter. Genau wie in den Anfangszeiten wird auch heute noch ein Großteil des umfangreichen Sortiments in Wien produziert. Das moderne runde Unternehmenslogo leuchtet in den Farben der Stadt Wien, rot und weiß, als ein Bekenntnis zur Verlagstradition und zur eigenen Produktionsstätte im Herzen Europas.

 

Auf dem Weg zum modernen Spieleverlag

Mit dem Bau neuer Produktionsstätten und den Übernahmen anderer Spielkartenfabriken auch in Prag und Budapest sowie einer Papiermühle hatte das Wiener Familienunternehmen im harten Konkurrenzkampf häufig ein Ass im Ärmel. Allerdings verlor Piatnik im Zuge der beiden Weltkriege alle Fabriken außerhalb Österreichs. Seit dem Tod von Ferdinand Piatnik (1885) führten seine Söhne den Betrieb fort.

Mit der Konzentration auf den Ausbau einer starken Exportquote, u.a. nach Skandinavien, Nordafrika und die USA, sowie der Umstellung der Produktion auf moderne Druckverfahren, brachte sich das Unternehmen, wieder zurück auf die Erfolgsspur. Seit 1939 wird es unter dem noch heute gültigen Namen „Wiener Spielkartenfabrik Ferd. Piatnik & Söhne“ geführt.

 

Let’s Play Piatnik

Richtungsweisend war die Erweiterung der Produktpalette um klassische Brettspiele (1956) und detailschöne Puzzles (1966). Es folgten eigene Entwicklungen von Brett- und Gesellschaftsspielen. Die international bekanntesten: „Activity“ und „Tick Tack Bumm“. Beide gelten längst als Klassiker unter den Partyspielen. 2020 wird mit „Speedy Roll“ erstmals ein Piatnik-Spiel mit dem begehrten Jurypreis „Kinderspiel des Jahres“ ausgezeichnet.

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In jüngster Zeit mischt sich das revolutionäre Quizspiel „Smart 10“ in die Reihe der erfolgreichen Piatnik-Bestseller. Der Aufbau eines erfolgreichen Lizenzgeschäfts und ein immer weiter wachsender Spieleexport, der zur Gründung der Vertriebstöchter in Mönchengladbach, Prag und Budapest führt, setzt strategische Maßstäbe im 21. Jahrhundert. Heute zählt Piatnik zu den größten Brettspiele- und Spielkartenverlagen Europas und ist die Nummer eins in Österreich.

 

Von Wien aus in die Welt – aber nachhaltig!

Nachhaltigkeit ist Trumpf. Mit dem Einsatz von FSC-zertifizierten Materialien, dem fast ausschließlichen Einsatz von Rohstoffen europäischen Ursprungs und der unternehmenseigenen Produktion in Wien, legt Piatnik für sich selbst die Messlatte hoch.

100 % Ökostrom sowie die Implementierung eines „Ökoprofit“-Programms zur Abfallvermeidung am Standort verkleinert den CO2-Fußabdruck des Traditionsunternehmens. Ein Weg, der konsequent fortgesetzt werden soll, damit sich Spiele- und Spielkartenfans auf die nächsten „200 Jahre Spielfreude made in Vienna“ freuen können („Heiliger Piatnik, schau oba!“).

 

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kommen wir selber auf fast 20 Jahre Spielerfahrungen zurückblicken.