Angesagt – Rüdiger Bertram

Bild Oetinger / Jörg Schwalfenberg

Sehr geehrter Herr Rüdiger Bertram,
Sie sind Autor und Sie wurden mit dem Preuschhof-Preis für Kinderliteratur 2016 für das Oetinger-Erstlesebuch „Coolman und ich. Ab in die Schule!“ ausgezeichnet.

An diesem Buch haben Sie gemeinsam mit Heribert Schulmeyer gearbeitet.

Die Redaktion: Wer oder was ist Coolman?

Rüdiger Bertram: COOLMAN ist der imaginäre Freund von Kai. COOLMAN ist ein durchgeknallter Superheld, der sich für den schönsten und klügsten hält, in Wahrheit aber mit seinen verrückten Ideen überall nur Chaos stiftet.

Die Redaktion: Um was geht es in dieser Geschichte?

Rüdiger Bertram: Um den allerersten Schultag und was da – dank COOLMAN – alles schief gehen kann. Und das ist eine ganze Menge, das kann ich versprechen.

Die Redaktion: Das Besondere am Preuschhof-Preis für Kinderliteratur ist, dass in der Jury Kinder sitzen, also auch Ihre Leser. Ist dadurch der Preis etwas Besonderes?

Rüdiger Bertram: Absolut! Preise, die von Kindern vergeben werden, sind besonders wertvoll. Es zeigt, dass man mit dem Buch den richtigen Ton getroffen hat. Kinderbücher sollten Kindern gefallen und dann erst Pädagogen.

Die Redaktion: Wie viel Coolman steckt in Ihnen selber?

Rüdiger Bertram: In Wahrheit ist das ja alles autobiografisch… Nein, im Ernst: COOLMAN ist der, der sich all das traut, was man sich selber niemals wagen würde.

Bild Oetinger / Jörg Schwalfenberg
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Die Redaktion: Hat man als Autor eine besondere Verpflichtung, wenn man Geschichten für Kinder schreibt?

Rüdiger Bertram: Die oberste Pflicht lautet, nicht zu langweilen. Auf einer zweiten Ebene kann man dann noch versuchen, Werte wie Toleranz oder gemeinschaftliches Miteinander zu vermitteln.

Die Redaktion: Sie schreiben Drehbücher, Romane und Kinderbücher. Was davon ist schwerer?

Rüdiger Bertram: Das Schwerste ist immer das nächste Projekt, da macht es keinen Unterschied, ob es nun ein Drehbuch, ein Roman oder Kinderbuch ist.

Die Redaktion: Wie sieht eigentlich der Alltag eines Autors aus? Setzen Sie sich immer ein Limit, wie viele Seiten Sie am Tag schreiben müssen?

Rüdiger Bertram: Das Leben eines Autors ist viel langweiliger, als viele Menschen glauben. Man setzt sich an den Computer und schreibt. Ich setzte mir dabei tatsächlich eine Vorgabe, wie viele Zeichen ich am Tag schaffen möchte. Davon sollte man sich aber nicht versklaven lassen, manchmal schafft man mehr, manchmal weniger.

Und ab und zu reist man durch das Land, um Kindern aus seinen Büchern vorzulesen. Das sind dann die Highlights.

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Die Redaktion: Wir sind ja eigentlich ein Magazin, welches Kinderspiele und Spiele vorstellt, ohne dass wir dabei von Verlagen bezahlt werden, um unabhängig zu sein. Haben Sie als Kind mit Ihren Eltern gespielt? Und was war da Ihr schönster Moment?

Rüdiger Bertram: Ich erinnere mich vor allem an lange Rommé-Runden mit der Familie.

Die Redaktion: Was haben Sie mit Ihren Kindern gespielt?

Rüdiger Bertram: Wir spielen viel Carcassone, Tabu, CamelUp, Café International oder Monopoly. In letzter Zeit ist noch Halt mal kurz dazu gekommen.

Die Redaktion: Was ist Ihnen beim Spielen wichtig?

Rüdiger Bertram: Zusammen Spaß zu haben.

Die Redaktion: Würden Sie gern einmal ein Spiel entwickeln und wenn ja, was für eins?

Rüdiger Bertram: Eines mit COOLMAN, in dem die aktuellen Spielstände immer durcheinander gewirbelt werden, weil COOLMAN wieder eine seiner grandiosen, chaotischen Ideen hat.

Herzlichen Dank

Die Redaktion

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Verlag
Preuschhof-Preis für Kinderliteratur

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