UND DANN NOCH DIE LIEBE

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Alexander Oetker, geboren 1982, war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv und ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Die ersten drei Bände um Luc Verlain, Retour, Château Mort und Winteraustern, standen wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Alexander Oetker lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Berlin. Und nun folgt sein weiterer Roman, der noch tiefgreifender und spannender ist, als die anderen Geschichten, was auch an Frank Stieren geschuldet ist, denn dieser spricht diese Geschichte. Seine Stimme hat Bücher von Autoren wie Mantel viel Tiefe gegeben.

Brüssel im Jahr 2015: François, Mitte Dreißig, steht im Auge des Taifuns.

François ist ein Journalist mit Leidenschaft und als überzeugter Europäer lebt er mal in Berlin und dann wiederum in Paris. Er ist freier Mitarbeiter und er sucht sich seine Geschichten aus. Somit ist er jederzeit bereit, die Tasche zu packen und zu verreisen, egal wohin. Und Europa bietet viele Geschichten.

Und 2015 gibt es viel zu berichten und so ist es die Finanzkrise in Griechenland, die Interesse bei ihm hervorruft. Und da hat er sie gesehen, Agápi, eine Griechin aus dem Presseteam des griechischen Finanzministers. Es sind die kleinen Begegnungen, sei es auf Tinder oder bei der Pressekonferenz.

Lange Zeit sehen sie sich nicht, bis es in Paris ein Treffen der Minister gibt, wo das Hilfspaket für Griechenland geschnürt werden soll. François soll berichten. Aber er kennt auch Fakten, die sehr brisant sind und er muss berichten, nicht nur weil es um Einschaltquoten geht.

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François hat sich dem Investigativjournalismus verschrieben und das Jahr 2015 ist nicht nur für Griechenland, sondern auch für Europa ein Schicksalsjahr. Es geht um Terror in Paris, wo Menschen sinnlos sterben, nur weil es der „Glaube“ einem vorgibt, dies zu tun.

Und auf der anderen Seite fliehen Menschen vor Krieg und Bomben. Dabei streitet Europa, ob und wie viele man retten soll. Um die anderen sollen sich andere kümmern. Aber es geht auch um wichtige Punkte, Punkte, die einen selber betreffen, wie Familie, Vertrauen und die Liebe.

Der Hauptcharakter der Geschichte wird dabei hervorragend aufgebaut und ideal sind auch die Rückblendungen, wenn die Großmutter von François aus der Zeit 1945 berichtet. Und man entdeckt dabei viele Parallelen aus unserer heutigen Zeit.

Fazit

Geschickt werden zwei Erzählungsstränge zu einer Geschichte zusammengeführt. Wobei die Berichte aus der Nachkriegsgeschichte nicht fiktiv sind.

Es werden Rückblendungen und Erinnerungen eingeblendet, die auch die Geschichte tragen.

Alles in allem sehr lebendig und glaubhaft. Es ist keine Liebesgeschichte, so wie einem das Cover versucht aufzudrängen, sondern eine spannende und ehrliche Geschichte, die man halt doch in sich aufsaugt, weil sie von Anfang bis Ende einfach nur fesselt.

Einfach nur gelungen.

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Über Wilfried Just 9026 Artikel
Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken.